Abendmahl

Im gemeinsamen Essen und Trinken wird die Gegenwart Jesu Christi in der versammelten Gemeinde besonders sinnfällig.

In diesem von Jesus selbst eingesetzten Ritus ist Gott den Christen besonders nahe. Während man in früheren Jahrhunderten das Abendmahl in der lutherischen Kirche auf wenige Hochfeste im Jahr beschränkte, wird es heute auch in unserer Gemeinde ein- bis zweimal im Monat gefeiert. Den Charakter des Besonderen hat es damit nicht verloren. Davon zeugt auch die feierliche liturgische Form, die in Teilen von Gemeinde zu Gemeinde variieren kann.

 

Einsetzungsworte

Nach der Bitte um den Heiligen Geist (Epiklese), erfolgt das Heiligste des Abendmahls: In den oft  gesungenen Einsetzungsworten, erinnert der Liturg an das letzte Abendmahl Jesu und vergegenwärtigt die Stiftung des Sakraments:

„Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus: Das ist mein Blut des neuen Testaments, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr′s trinket, zu meinem Gedächtnis.“

Oft antwortet die Gemeinde darauf mit dem „Geheimnis des Glaubens“: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Mit der Feier des Abendmahls geben Christen diese Tradition weiter und hört nicht auf, auf die Wiederkunft Christi zu hoffen.

Vaterunser und Friedensgruß

Nach einem Gebet, das noch einmal das Heilsgeschehen beschreibt (Anamnese), wird das Gebet Jesu, das Vaterunser gesprochen.  Dass das Abendmahl nicht nur ein Geschehen zwischen Mensch und Gott ist, sondern dass auch das Verhältnis zwischen den Menschen nicht unberührt bleiben soll, zeigt der Friedensgruß. Ein persönliches Zeichen zwischen den Gottesdienstbesuchern macht deutlich: Wer gemeinsam am Altar das Abendmahl empfängt, kann nicht in Feindschaft leben.

Austeilung

Seit Jesus Christus ist kein Opfer mehr nötig, um sich Gottes Gnade sicher zu sein. Deshalb befehlen sich die Christen seinem Erbarmen, seiner Güte an. Evangelische Christen empfangen das Abendmahl in „beiderlei Gestalt“ in Brot (in der Regel als Oblate) und Wein (Saft) unter der Zusage: Christi Leib für dich gegeben/Christi Blut für dich vergossen, oder: das Brot des Lebens/der Kelch des Heils für dich. In unserer Gemeinde bilden die Gottesdienstbesucher einen Kreis um den Altar, essen Brot (in der Regel als Oblate) und trinken Wein (Saft). Auch sind Kinder in der Kapernaum- Bethanienkirche beim Abendmahl willkommen.

Menü schließen